Globales-Wachstum

 

Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass der Aktienmarkt im letzten Jahr der zweiten Amtszeit eines US-Präsidenten regelmäßig Federn lassen musste. Gut möglich, dass sich das wiederholt. Außerdem dürften der verbale Schlagabtausch und die mit dem Wahlkampf verbundene Verunsicherung erhebliche Schwankungen an den Börsen mit sich bringen. Sicher ist das natürlich nicht, denn Geschichte wiederholt sich keineswegs immer. Zumal dieser Wahlkampf in vielerlei Hinsicht anders ist: Erstens kämpft kein Amtsinhaber um den Wiedereinzug in das Weiße Haus, und zweitens kandidiert der amtierende Vizepräsident nicht um das höchste Amt. Der Gewinner wird also in jedem Fall neu im Weißen Haus sein.

Welche Branchen und Unternehmen von der Politik des jeweiligen Kandidaten profitieren werden, lässt sich im Moment nur schwer sagen. Das wird sich erst besser einschätzen lassen, wenn der Wahlkampf in seine entscheidende Phase geht. Dann werden wohl Themen wie die Regulierung der Finanzmärkte, Medikamentenpreise und Militärausgaben die Schlagzeilen beherrschen. Zudem dürfte verstärkt darüber diskutiert werden, welchen Einfluss die Politik der Kandidaten auf das Tempo der Zinsstraffungen durch die US-Notenbank Fed haben könnte.

 

Banken/Finanzmärkte

Zwar gilt die Finanzkrise mittlerweile als weitgehend überwunden. Das Image der Banken in der US-Öffentlichkeit ist aber nach wie vor schlecht. Deshalb dürften die Geldhäuser im Wahlkampf ein lohnendes Angriffsziel sein. Die meisten Kandidaten sprechen sich für eine strengere Regulierung aus. Der Demokrat Bernie Sanders fordert gar eine Neuauflage des „Glass Steagall Acts“. Dieses Gesetz schreibt eine Trennung von Einlagen- und Kreditgeschäft der Banken vor. Zu solch weitgehenden Reformen wird es jedoch kaum kommen, zumal unter Obama bereits verschärfte Regulierungen durchgesetzt wurden. Außerdem können die US-Banken inzwischen deutlich solidere Bilanzen vorweisen.

Eine Belastung für die Aktienmärkte könnte der aus dem Wahlkampftross immer lauter werdende Ruf nach einer Anhebung des Mindestlohns werden. Denn in der größten Volkswirtschaft der Welt wurde der Mindestlohn landesweit seit 2009 nicht mehr erhöht. Eine Anhebung könnte das Lohnwachstum beschleunigen und die Fed zu stärkeren Zinserhöhungen veranlassen. Andererseits haben Zinserhöhungen in der Vergangenheit stets die Gewinne von Banken und Versicherungen beflügelt.

 

Pharma/Biotech

Im Herbst 2015 prangerte Hillary Clinton die Preistreiberei bei Arzneimitteln an. Prompt gerieten die Kurse von Pharma- und Biotech-Aktien unter Druck. Ähnliches könnte sich im Kampf um Wählerstimmen wiederholen. Das bedeutet aber auch, dass sich bei bestimmten Aktien interessante Einstiegsniveaus ergeben könnten. Allerdings haben im Senat die Republikaner die Mehrheit – und die stehen härteren Gesetzen zur Senkung der Medikamentenpreise ablehnend gegenüber. Wie wenig sie von Gesundheitsreformen halten, wurde bei ihrem Widerstand gegen „Obamacare“ sichtbar. Letzten Endes führte der massive Widerstand der Republikaner zur Verabschiedung einer stark verwässerten Version des ursprünglichen Reformvorschlags.

Die Aussagen des wahrscheinlichen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump zur Gesundheitspolitik sind widersprüchlich. Während er sich auf seiner Wahlkampftour mehrmals für Preisverhandlungen mit den Pharmaunternehmen ausgesprochen hat, ist davon in seinem „7-Punkte-Plan“ keine Rede mehr. Im Falle eines Wahlsiegs von Trump ist eine umfassende Reform des Gesundheitswesens wenig wahrscheinlich.

 

Rüstungsindustrie

Der Verteidigungshaushalt dürfte im Wahlkampf ebenfalls für reichlich Gesprächsstoff sorgen. Angesichts der in den vergangenen Jahren gestiegenen globalen politischen und militärischen Risiken sind nennenswerte Kürzungen unwahrscheinlich. Die US-Regierung hat bereits Pläne vorgelegt, denen zufolge der Verteidigungsetat für Europa 2017 als Reaktion auf die „Aggression Russlands“ vervierfacht werden soll. Es scheint, sowohl Trump als auch Hillary Clinton beschränken sich auf die Forderung nach mehr Transparenz und Effizienz in der US-Armee und verzichten darauf, Kürzungen des Militärhaushalts zu verlangen.

 

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